08. Mai. 2017

Ein Pilotprojekt an der Kepler Universität Linz bündelt seit Anfang Jänner Betreuung und Behandlung von Patienten. Eine Evaluierung ist für April 2017 vorgesehen.

In Österreich leidet rund ein Prozent der Bevölkerung an Schizophrenie. Die Krankheit geht häufig mit Symptomen wie Wahnvorstellung, Halluzinationen, fehlender emotionaler Reaktion, sozialem Rückzug/Depression, Apathie und Antriebslosigkeit einher. Schizophrenie hat überproportional negative Folgen trotz vergleichsweise niedriger Prävalenz. So ist die Krankheit häufig für Arbeitsplatzverlust, Wohnungslosigkeit oder Verlust von sozialer Integration verantwortlich. Jährlich verursacht Schizophrenie in Österreich daher direkte Kosten in der Höhe von 254 Millionen Euro. Die indirekten Kosten betragen ein Vielfaches davon. Vor allem die hohe Zahl an Rückfällen und Re-Hospitalisierungen durch Therapieabbrüche führen zu diesem Kostenanstieg.

Ein wirksames indikationsspezifisches Modell zur integrierten Versorgung adressiert daher auch die Hauptprobleme der Schizophrenie-Versorgung. OASE (Optimierte Ambulanz für Schizophrene Erkrankungen) verzeichnet bereits seit zehn Jahren beachtliche Erfolge hinsichtlich Therapie-Adhärenz und auch im Bereich der Kommunikation zwischen den Leistungsträgern in München. Eine Zwischenauswertung mit 310 Patienten zeigt, dass dank dem Modell 70 Prozent der Krankenhaustage und 50 Prozent der Kosten eingespart werden können.

In Österreich wird das Modell seit Jänner 2017 in der Kepler Universitätsklinik eingesetzt. Ziel soll sein, die Behandlungs- und Betreuungsqualität der Patienten zu verbessern, die soziale Stabilität zu erhöhen und die stationären Krankenhausaufenthalte zu reduzieren. In Oberösterreich sollen Schizophrenie-Patienten mittels OASE an einem Nachmittag pro Woche betreut werden. Dabei erhalten die Patienten ihre Depotmedikation und können sich in eigenen Aufenthaltsräumen der Klinik zurückziehen. Vorerst soll im Rahmen eines Pilotprojektes getestet werden, wie Patienten OASE annehmen und wo es allfälligen Optimierungsbedarf gibt. Eine erste Evaluierung ist für April 2017 vorgesehen. Das Projekt ist eine Kooperation von Janssen und der Kepler Universitätsklinik Linz. Geplant ist, OASE auch auf andere Bundesländer auszuweiten.