25 April 2018

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Preisträger des diesjährigen Occursus stehen fest

„Talking in Symbols“, Studie eSMART, Verein PAN Austria und Leitlinie des Instituts für Pflegewissenschaften ausgezeichnet.

Anlässlich der Frühjahrstagung der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (OeGHO) wurde dieses Jahr zum dritten Mal der „Occursus – Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie“ vergeben. Der Preis der OeGHO, der vom Pharmaunternehmen Janssen gesponsert wird, stellt die Kommunikation mit Krebspatienten sowie deren Angehörigen in den Mittelpunkt. Preisträger in zwei Kategorien durften sich über insgesamt 19.000 Euro Preisgeld freuen.

Der diesjährige Förderpreis ging an „Talking in Symbols“, ein nonverbales Kommunikationstool der Österreichischen-Kinder-Krebs-Hilfe. Mit dem Anerkennungspreis wurden der Verein PAN Austria, der krebskranke Jugendliche und junge Erwachsene begleitet, die telemedizinische Studie eSMART, die eine Software am Smartphone zur Betreuung von Krebspatienten während der Chemotherapie evaluiert, und die Entwicklung einer Leitlinie des Instituts für Pflegewissenschaften ausgezeichnet

Gewinner OCCURSUS 2018

Dr. Wolfgang Tüchler mit eSmart-Preisträgern.

Eigene Sitzung zum Occursus im Rahmen der OeGHO Frühjahrstagung

Bei einer eigenen Sitzung im Rahmen der Tagung präsentierten zudem Preisträger vergangener Jahre ihre Projekte den Besuchern der OeGHO Frühjahrstagung, Einreichern der vergangenen Jahre und Interessierten. Dazu Walter Voitl-Bliem, Geschäftsführer der OeGHO: „Wir wollen mit dem Occursus nicht nur dazu anregen, sich mit dem Thema Kommunikation in der Onkologie auseinanderzusetzen, sondern auch eine Plattform und ein Netzwerk schaffen, das es den Beteiligten ermöglicht, sich untereinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Einreicher, Interessierte und Preisträger im Rahmen der Frühjahrstagung zusammen zu bringen war dazu ein erster Schritt, den Austausch zu fördern.“

Förderpreis Occursus 2018: „Talking in Symbols”

Mit dem diesjährigen Förderpreis, der die Umsetzung einer Projektidee mit bis zu 10.000 Euro unterstützt, wurde „Talking in Symbols“ der Österreichischen-Kinder-Krebs-Hilfe ausgezeichnet. Mit Bildkarten soll ein Tool geschaffen werden, das die Kommunikation mit Patienten und Angehörigen nicht-deutscher Muttersprache im Klinikalltag erheblich erleichtert. Durch die Gestaltung als Pocketbook können die Karten einfach mitgenommen werden, Einsatz sollen sie sie sowohl im medizinischen, pflegerischen als auch im psychosozialen Bereich finden.

Preisträger Kategorie Anerkennungspreis 2018

In der Kategorie „Anerkennungspreis“ wurden drei bereits laufende Projekte mit je 3.000 Euro ausgezeichnet – darunter auch wieder ein Laienprojekt, also ein Projekt einer Person, die beruflich nicht mit dem Thema Onkologie befasst ist:

Laienprojekt: Verein PAN-Austria

Patienten fühlen sich mit der Diagnose Krebs oft allein gelassen und mit den anstehenden Entscheidungen häufig überfordert. Eine besondere Herausforderung stellt die Diagnose aber für krebskranke Jugendliche und junge Erwachsene (sogenannte „adolescents and young adults“ – AYAs) dar. Denn sie kommt zu einem Zeitpunkt im Leben, in dem junge Menschen ihre Individualität entfalten möchten und mit ihren Wünschen nach Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung beschäftigt sind. Doch die Krebsbehandlung bewirkt einschneidende Veränderungen in der Schule oder bei der Ausbildung, bei Beruf und Karriereplanung, in der Beziehung zu Freunden, in der Partnerschaft und Sexualität. Es braucht daher maßgeschneiderte Hilfe und bedürfnisorientierte Versorgung, die der gemeinnützige, internationale Verein PAN zur Verfügung stellt.

Telemedizinische Studie eSMART; Medizinische Universität Wien

Das Anliegen der multinationalen telemedizinischen Studie eSMART ist es, Kurz- und Langzeiteffekte des Advanced Symptom Management Systems (ASyMS), einer Software auf einem Smartphone, zu erfassen. Durch ASyMS können auch Patienten in strukturschwachen Regionen eine optimale maßgeschneiderte Betreuung während der Chemotherapie erhalten. Dies umfasst eine Früherkennung und Reduktion von symptomatischen Belastungen während und nach der Chemotherapie, eine Erhöhung der Lebensqualität, eine Förderung der Arzt-Patienten-Kommunikation sowie eine Erhöhung der Adhärenz. eSMART ist damit ein bahnbrechendes Forschungsprojekt, das die Krebsbehandlung revolutionieren und die Kosten im Gesundheitswesen signifikant senken kann, indem es medizinischem Personal in der Krebsbehandlung ermöglicht, Patienten per Smartphone (ASyMS Software) zu unterstützen.

Entwicklung einer evidenzbasierten Leitlinie; Institut für Pflegewissenschaften, Universität Wien

Bei onkologischen Erkrankungen verursachen die Diagnose und Behandlung, wie auch die Spät- und Langzeitfolgen vielfältige körperliche und psychische Symptome. Diese Symptome und die damit einhergehende Belastung können jedoch im Rahmen eines umfassenden Symptom-Managements vorgebeugt, verzögert und reduziert werden. Wichtige Grundlage hierfür bildet eine evidenzbasierte Leitlinie. Das Institut für Pflegewissenschaften entwickelte daher eine Leitlinie mit Empfehlungen zum Management der angeführten Symptome bei Menschen mit onkologischen Erkrankungen. Sie bezieht sich darauf, wie diese Symptome erkannt, eingeschätzt, vermieden, behandelt und evaluiert werden können. Durch darin enthaltene konkrete, praxisbezogene präventive und kurative Strategien wird nicht nur die Kommunikation zwischen Behandlern und Patienten gefördert, sondern auch innerhalb des Behandlungsteams.

Occursus 2019: Einreichungen ab Herbst 2018 möglich

„Wir haben mit dem Occursus einen Preis geschaffen, der mehr Bewusstsein für das Thema Kommunikation in der Onkologie schaffen soll. Nach drei Jahren sehen wir, wie viele unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema möglich sind und wollen auch weiterhin dazu beitragen, diese Projekte vor den Vorhang zu holen, zu unterstützen und zu fördern“, so Dr. Wolfgang Tüchler, Geschäftsführer der Janssen-Cilag Pharma GmbH. Einreichungen für den Occursus 2019 sind daher ab Herbst 2018 auf www.occursus.at. möglich. Inspirieren lassen können sich potenzielle Einreicher von den Preisträger-Projekten und eingereichten Projekten der letzten Jahre unter www.occursus.at.